Heilpraktikerin Gabriele Landwerlin ~ Freiburg
Rosmarin
Name
Rosmarinus
officinalis
Familie
Lamiaceae,
Lippenblütler
Herkunft
Gesamter Mittelmeerraum, Tunesien, Marokko,
Südeuropa
Botanik
Rosmarin
liebt karge, felsige, trockene und sonnige Plätze. Immergrüner 50-150cm hoher
Strauch mit vierkantigem, verholzendem Stengel.
Der Rosmarin hat schmale, längliche, ledrige Blätter (oben dunkelgrün, unten weißlich), die an Tannennadeln erinnern und einen umgerollten Rand haben. Zwischen den Blättern sitzen zarte hellblaue Blüten, die gestielt sind und einen glockigen Kelch haben( 2- lappig), Krone mit etwas aus dem Kelch vorragender Röhre, 2-lippig, Oberlippe 2 spaltig, Unterlippe 3 lappig, Staubblättern. Er blüht zwischen März und Mai.
verwendeter
Pflanzenteil
Blühende Zweige
Duft
Krautig,
kampferartig, frisch
Inhaltstoffe
• Ätherisches Öl (Cineol, Campfer)
• Rosmarinsäure
•
Glykoside
• Saponin
• Bitterstoffe
• Cholin
Eigenschaften
• Antiseptisch
• Hyperämisierend (Durchblutung anregend),
Erwärmend
• Choleretisch (Gallenfluss fördernd)
• Karminativ (entblähend),
Spasmolytisch (krampflösend)
• Tonisierend, Stimulierend
• Diuretisch
(ausschwemmend)
• Sekretolytisch (schleimverflüssigend), Expektorierend
(auswurffördernd)
Indikation
• Asthenie, Schwäche
• Hypotonie, Kreislaufschwäche
•
Völlegefühl, Blähungen, leichte Magen-, Darm-, Gallebeschwerden
•
Rheumatismus, Verstauchungen
• Konzentrationsschwäche
Anwendung
A: INNERLICH
Aufguss:
1 TL/Tasse, bedeckt 10 Minuten ziehen lassen.
3-4-mal
täglich eine Tasse trinken (morgens, mittags)
Rosmarinwein:
20g/1 l Süßwein, 5-8 Tage ziehen lassen,
abfiltrieren.
Morgens und mittags 1 Gläschen (40 ml) trinken
B: ÄUßERLICH
Rosmarinbad:
50 g mit 1 l Wasser zum Sieden bringen, 30 Minuten stehen
lassen, dem Badewasser zusetzen.
10 Minuten bei 34-37° C baden (nicht am
Abend), anschließend 1 Stunde Bettruhe.
Mythologie
„Ros Maris“ heißt Meerestau und stammt von den Römern, die glaubten, dass der Tau, der sich nachts auf den Pflanzen nieder schlägt, den würzigen Duft hervorrufe.
In ägyptischen Pharaonengräbern fand man Rosmarin als Grabbeigabe(3000 v. Chr.).
Im antiken Griechenland nannten sie den duftenden R. „Libanotis“ oder „Dendrolibabon“, was dem Wort Weihrauch entspricht. Rosmarin war der Aphrodite geweiht und wurde von der Armen anstelle von Weihrauch verbrannt. Er galt als „Weihrauch der armen Leute“
Die Römer und Griechen schmückten sowohl ihre Götterstatuen und Altäre, als auch die Siegerkränze der Gladiatoren mit Rosmarin. Er war der griechischen Göttin Aphrodite geweiht, dem Sinnbild für Schönheit uns Liebe.
Man sagt, dass Rosmarin Elfen und Elementargeister anlockt und man empfahl Rosmarinessenz im Haus zu versprühen, als Geschenk an die guten Geister.
Benediktiner brachten ihn im Mittelalter über die Alpen nach Deutschland. Er wurde eine der wichtigsten Heilpflanzen. Die Menschen glaubten, Rosmarin könne die Lebenden und Toten vor bösen Geistern schützen.
Das Lied „Rosmarin und Thymian wächst in unserm Garten…“ zeigt das der Rosmarin bei uns der Vorläufer der Myrte im Brautstrauß war.
Noch heute wird er in Hochzeitssträuße und Grabschmuck als Symbol für Liebe, Treue und Vergänglichkeit eingearbeitet.
Klopfte ein junger Mann einem Mädchen mit einem blühenden Rosmarinzweig auf die Fingerspitzen, so entbrannte sie in Liebe und umgekehrt. Auch die Kinder holte man aus dem Rosmarinbusch.
Im Alpenraum trugen beide Brautleute einen Rosmarinkranz. Wem
es gelang dem anderem vom Kopf zu ziehen, hatte die zukünftige Vorherrschaft im
Haus.
Die Jungvermählten pflanzten einen Rosmarinzweig aus dem Kranz in den
Garten. Gedieh er gut, war das ein Zeichen für eine glückliche Ehe. Entfaltete
er sich üppig, war dies ein Zeichen für ein strenges Regiment der Frau. Daher
beschnitt mancher Mann nachts heimlich die Wurzeln des Rosmarinstrauches.
Als Totenblume bekam ein Verstorbener einen Rosmarinzweig mit ins Grab. Auch sollte er bei der Bestattung den Leichengeruch überdecken.
Erschien einem Rosmarin im Traum, war dies ein schlechtes Zeichen. In einem Volkslied heißt es:
„Ich hab die Nacht geträumet,
wohl einen schweren
Traum,
es wuchs in meinem Garten
ein Rosmarienbaum.“
Jungbrunnen der Königin von Ungarn
Diese soll sich 70 jährig und von der Gicht geplagt, mit einem Schönheitswasser so verjüngt haben, dass der junge polnische König um ihre Hand angehalten haben soll. Es existiert noch heut und heißt „Aqua Reginae Hungariae“ = Ungarischer Königinnengeist.